Beschriebene Haftnotizen in verschiedenen Farben an einer Wand

#TEAMENTWICKLUNG IN FORSCHUNGSGRUPPEN

Vertrauen schafft Forschungsstärke

Acht Teilprojekte, unterschiedliche Disziplinen und ein gemeinsames Forschungsvorhaben.
Wir begleiten eine DFG Forschungsgruppe beim Aufbau von Vertrauen und psychologischer Sicherheit.
So entsteht Raum für offenen Austausch, konstruktives Feedback und gemeinsame Forschungsstärke.

Die Ausgangslage

Die interdisziplinäre Forschungsgruppe besteht aus acht Teilprojekten, die unterschiedliche fachliche Perspektiven, Methoden und Arbeitsweisen miteinander verbinden. Bereits in der Antragsphase war klar: Damit aus mehreren Forschungsprojekten eine gemeinsame Forschungsgruppe entsteht, braucht es neben wissenschaftlicher Expertise auch tragfähige Beziehungen und verlässliche Formen der Zusammenarbeit.

Seit Februar 2024 begleiten wir die Gruppe über verschiedene Phasen hinweg. Der Prozess begann mit der Vorbereitung auf die DFG Verteidigung und wird nach der erfolgreichen Bewilligung im laufenden Forschungsbetrieb fortgeführt.

Mit jeder Phase verändern sich auch die Anforderungen. Während zu Beginn eine überzeugende gemeinsame Darstellung des Forschungsvorhabens im Mittelpunkt stand, geht es inzwischen stärker um den Austausch zwischen den Teilprojekten, wirksame Meetings, gemeinsame Orientierung und den Umgang mit den besonderen Anforderungen des wissenschaftlichen Arbeitsalltags.

Das Ziel

Ziel der Teamentwicklung in der Forschungsgruppe ist es, eine Teamkultur zu fördern, die wissenschaftlichen Austausch, konstruktives Feedback und gegenseitige Unterstützung ermöglicht.

Dabei sollen die einzelnen Teilprojekte ihre fachliche Eigenständigkeit bewahren und zugleich stärker als Teil eines gemeinsamen Forschungsverbunds arbeiten. Vertrauen und psychologische Sicherheit spielen dafür eine zentrale Rolle. Auch unterschiedliche Perspektiven, Unsicherheiten und noch unfertige Gedanken sollen offen eingebracht werden können.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Promovierenden und Wissenschaftlerinnen. Sie bewegen sich häufig in einem Arbeitsumfeld, das von hohem Leistungsdruck, befristeten Perspektiven und Konkurrenz geprägt ist. Die Forschungsgruppe soll ihnen nicht nur einen fachlichen, sondern auch einen kollegialen Rückhalt bieten.

Die Umsetzung

Wir begleiten die Forschungsgruppe mit unterschiedlichen Formaten, die wir jeweils an die aktuelle Phase und die entstehenden Anliegen anpassen.

Zu Beginn konzipierten und moderierten wir Workshops zur Vorbereitung auf die DFG Verteidigung. Die Beteiligten schärften ihre gemeinsame Erzählung, stimmten zentrale Botschaften aufeinander ab und übten, das komplexe Forschungsvorhaben als zusammenhängendes Gesamtprojekt zu vertreten.

Nach der Bewilligung verlagerte sich der Fokus auf die Gestaltung des gemeinsamen Forschungsalltags. In einem Workshop zu wirksamer Meetinggestaltung reflektierte die Gruppe ihre bestehenden Besprechungsformate und entwickelte Vereinbarungen für einen fokussierten, beteiligungsorientierten und verbindlichen Austausch.

Zwei Teamoffsites schufen Raum für Themen, die im laufenden Betrieb häufig zu kurz kommen. Die Forschungsgruppe entwickelte eine gemeinsame Vision und Roadmap und setzte sich damit auseinander, welche Ziele sie als Verbund verfolgt und wie die Teilprojekte dazu beitragen. In einem weiteren Offsite nutzte die Gruppe Design Thinking, um Herausforderungen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln.

Drei Online Retrospektiven ermöglichten eine regelmäßige Zwischenbilanz. Was funktioniert in der Zusammenarbeit bereits gut? Wo entstehen Reibungen? Was braucht die Gruppe in der nächsten Phase? So konnten Erfahrungen zeitnah ausgewertet und Vereinbarungen weiterentwickelt werden.

Ergänzend gestalteten wir ein Training für Promovierende zu Selbstmotivation, Selbstdisziplin und Selbstmanagement. Unter dem Titel „How to get things done“ arbeiteten die Teilnehmenden an konkreten Strategien für den Umgang mit komplexen Aufgaben, langen Forschungsprozessen und Phasen geringer äußerer Struktur.

In eintägigen Coachingformaten erhielten Promovierende und Wissenschaftlerinnen Raum für ihre spezifischen Herausforderungen. Einzelcoachings für Forschungsgruppenleitende ergänzten den Prozess und ermöglichten die Reflexion von Führung, Verantwortung und Zusammenarbeit im wissenschaftlichen Kontext.

Der gesamte Prozess wird fortlaufend gemeinsam geplant. Statt einer starren Formatreihe entstehen die nächsten Schritte jeweils aus der aktuellen Situation der Forschungsgruppe.

Das Ergebnis

Im Verlauf der Begleitung wurden Vertrauen, psychologische Sicherheit und Kommunikation innerhalb der Forschungsgruppe gestärkt. Die Teilprojekte arbeiten offener miteinander und nutzen die unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zunehmend als gemeinsame Ressource.

Wissenschaftlicher Austausch, konstruktives Feedback und gegenseitige Unterstützung erhalten mehr Raum. Gerade Promovierende und Wissenschaftlerinnen erleben die Gruppe dadurch stärker als verlässliches Netzwerk innerhalb eines häufig kompetitiven Forschungsumfelds.

Gleichzeitig entstanden konkrete Strukturen für die Zusammenarbeit: klarer gestaltete Meetings, gemeinsame Ziele, regelmäßige Reflexionsräume und ein bewussterer Umgang mit unterschiedlichen Rollen und Bedürfnissen.

Die Erkenntnisse aus dem Prozess fließen außerdem in ein Whitepaper zur Teamentwicklung in interdisziplinären Forschungsteams ein, das wir gemeinsam mit Beteiligten aus der Forschungsgruppe erarbeiten.

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