Wir gestalteten die Konfliktklärung in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten. Zu Beginn arbeiteten wir mit beiden Abteilungen getrennt voneinander. Jedes Team erhielt so zunächst einen geschützten Raum, um die eigene Perspektive zu sortieren und offen zu benennen, was in der Zusammenarbeit aus seiner Sicht nicht funktionierte.
In jeweils anderthalbtägigen Workshops identifizierten die Teams zentrale Schmerzpunkte und priorisierten die Themen, die für die weitere Zusammenarbeit besonders relevant waren. Anschließend entwickelten sie erste Lösungsansätze und reflektierten ihren eigenen Anteil an den bestehenden Dynamiken.
Am zweiten Workshoptag lag der Schwerpunkt auf Kommunikation und Feedback. Die Teilnehmenden setzten sich damit auseinander, wie Rückmeldungen so formuliert werden können, dass sie nicht zu weiterer Abwehr führen. Gleichzeitig übten sie, Feedback anzunehmen, ohne sich unmittelbar rechtfertigen oder die Verantwortung an die andere Abteilung zurückgeben zu müssen.
Im Verlauf der Workshops wurde sichtbar, dass die Spannungen nicht auf einzelne Personen oder mangelnden guten Willen reduziert werden konnten. Persönliche Verletzungen, unklare Erwartungen, unterschiedliche Arbeitslogiken und strukturelle Abhängigkeiten griffen ineinander.
Darauf aufbauend begleiteten wir die Teamleitungen und die gemeinsame Abteilungsleitung in einem zweistündigen Coaching. Gemeinsam reflektierten sie ihre Verantwortung für den weiteren Prozess und klärten, wie sie den direkten Austausch zwischen den Teams unterstützen und vereinbarte Veränderungen im Arbeitsalltag absichern konnten.
Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Workshop mit rund 28 Beteiligten. Zu Beginn entwickelten die beiden Teams gemeinsam Regeln für einen sicheren Gesprächsrahmen. Dazu gehörten ein respektvoller Umgang, das Aussprechen der eigenen Wahrnehmung anstelle von Zuschreibungen sowie die Bereitschaft, die Perspektive der anderen Seite zunächst verstehen zu wollen.
In einem strukturierten Feedbackprozess tauschten sich die beiden Abteilungen anschließend darüber aus, was sie an der Arbeit der jeweils anderen Seite wertschätzten, welche Verhaltensweisen die Zusammenarbeit erschwerten und was sie sich konkret für die Zukunft wünschten.
Dabei ging es nicht darum, alle Konflikte in einem einzigen Workshop vollständig aufzulösen. Entscheidend war, einen ersten anderen Kontakt zu ermöglichen und einen Rahmen zu schaffen, in dem bisher zurückgehaltene Themen konstruktiv besprochen werden konnten.